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Veröffentlicht am 27. Februar 2026.

28.02.2026 | Palestinians and Jews for Peace: I See Your Pain, Despite Mine. Radical Empathy and Rehumanisation

28.02.2026, atelier automatique
Ab 17.30 gibt’s Suppe
18.00 Uhr Podiumsdiskussion mit der Möglichkeit eigene Fragen und Kommentare via Zettel reinzugeben.
 
 
In Zeiten tiefgreifender Konflikte, zunehmender Polarisierung und schmerzhafter Spaltung laden wir, die Palestinians and Jews for Peace und das atelier automatique, zusammen mit den feministischen Aktionswochen Bochum, zu einem Raum des mutigen Zuhörens und der radikalen Empathie ein.
 
Palestinians and Jews for Peace ist eine Gruppe palästinensischer, israelischer, jüdischer und anderer emanzipatorischer Freund*innen in Solidarität, die sich für einen differenzierten Dialog sowie für einen mitfühlenden und respektvollen Umgang miteinander einsetzen, um bestehende Narrative zu Israel/Palästina zu verändern.
 
Menschen in dieser Gruppe sind auf sehr unterschiedliche Arten diskriminiert bzw. privilegiert, z.B. durch Antisemitismus, Rassismus, Homo- und Transphobie oder den Besitz / nicht-Besitz von Pässen. Diese sich kreuzenden, überlagernden und teilweise vermeintlich gegensätzlichen Formen von Betroffenheit und Nicht-Betroffenheit möchten wir zum Ausgangspunkt einer breiteren Diskussion über Zugehörigkeit, Konflikt und Mitmenschlichkeit machen. Anstatt festgefahrene Positionen oder moralische Gewissheiten zu bestärken, wagt diese Veranstaltung die Auseinandersetzung mit Widersprüchen und Komplexität.
 
Wir reflektieren darüber, wie Identitätspolitik – so wichtig sie für das Sichtbarmachen von Unterdrückungsstrukturen ist – manchmal auch Grenzen verhärten und den Blick auf gemeinsame, intersektionale Kämpfe verstellen kann.
 
Wie prägen vererbte Traumata, Trauer und Angst – oft unausgesprochen – unsere Fähigkeit, Empathie füreinander zu empfinden? Und wie beeinflussen sie, was wir zu hören oder auszusprechen bereit sind?
 
Denn auch und besonders hier in Deutschland werden marginalisierte Positionen gegeneinander ausgespielt, geradezu beispielhaft im Diskurs über Israel/Palästina, der vielfach mit erschreckend entmenschlichender Sprache geführt wird. Rassistische und antisemitische Ressentiments werden dadurch weiter salonfähig gemacht, sowohl in unterschiedlichen Teilen der linken Szene als auch in der Gesellschaft insgesamt. Von dieser Polarisierung und Spaltung profitieren letztlich rechte Kräfte, weswegen ein radikal-empathischer Ansatz aktuell wichtiger ist als je zuvor.
 
Auch in Bochum, im atelier automatique und im Rahmen der feministischen Aktionswochen haben die häufig polarisierenden Diskussionen seit dem 7. Oktober 2023 ihre Spuren hinterlassen und Verbindungen gebrochen. Da sind Enttäuschungen über (Nicht-)Positionierungen, Verletzungen und die geteilte Ohnmacht, der fortlaufenden Gewalt etwas entgegenzusetzen.
 
Wir verstehen die Veranstaltung als einen Versuch, Solidarität zu schützen und (wieder) ins Gespräch zu kommen.
 
Die Veranstaltung findet im Rahmen der feministischen Kampfwochen in Bochum statt.